Dienstag, 27. November 2012

Klares Ja für Neubau Sportzentrum und Sanierung Vereinsheim

Einstimmig hat die Mitgliedervertreter-Versammlung des Vereins am 16. November für ein neues Kinder-, Jugend- und Seniorensportzentrum im Erlenweg votiert. Außerdem soll nach dem Willen der Versammlung das Vereinsheim einer Generalsanierung unterzogen werden. 55 Delegierte kamen im Versammlungsraum der Seniorenresidenz Bethanien Lindenhof zusammen, um sich über das neueste Projekt des Vereins zu informieren und darüber zu befinden, ob und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen, der Vorstand mit der Umsetzung der beiden Maßnahmen beauftragt werden soll. Am Ende waren sich alle einig: Das wird ein großer Wurf und ein Gewinn für den Sport im Heidelberger Süden


Der Vorsitzende Harald W. Schoch führte die Delegierten zunächst ins Thema ein und ließ die lange Vorgeschichte noch einmal Revue passieren. Die Sanierung der städtischen Schul- und Vereinsturnhalle Erlenweg und die Sanierung bzw. Erweiterung des Sanitärgebäudes auf der städtischen Sportanlage der TSG Rohrbach sind zwei Themen, deren Anfänge bis in die frühen 90er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreichen. Bereits vor über zehn Jahren wurde durch das städtische Gebäudemanagement festgestellt, dass in beiden Fällen Abriss und Neubau die einzigen sinnvollen Lösungen darstellen.

In der Folge wurde diskutiert, wie beide Maßnahmen effizient miteinander verknüpft werden können. Im gleichen Zuge setzte sich die Erkenntnis durch, dass ein Neubau auch auf jeden Fall neue Möglichkeiten eröffnen sollte, denn eine bloße Erneuerung des Status quo würde dem Bedarf von Schule und Verein im Stadtteil Rohrbach nicht gerecht werden. In Abstimmung mit der Stadt Heidelberg entwickelte eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Schule und Verein in den Jahren 2006 und 2007 ein Nutzungskonzept, das noch heute Gültigkeit besitzt. „Wenn ich an die vielen Familien im Quartier am Turm, an die Neubauten, die im Höllenstein entstehen werden und die Wohnungen auf den Konversionsflächen denke (über 600 Studenten sind bereits im Holbeinring eingezogen)“, so der Vorsitzende, „dann hat der Bedarf seit dieser Zeit sogar noch zugenommen bzw. wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen“. Rohrbach wächst, das ist eine Tatsache. 

„Mehr als nur leicht angesäuert bin ich deshalb über diesen schlecht recherchierten Artikel in der RNZ vom 25. September gewesen“, machte Schoch aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Wenn ich von „Geschenken an die TSG Rohrbach“ in der Zeitung lese, frage ich mich als ehrenamtlicher Vorsitzender, warum ich mir das eigentlich antue. Für wen wollen wir denn diese Halle bauen? Wir brauchen diese Halle für diejenigen, die die nächsten 30 Jahre Sport darin treiben sollen: Vorzugsweise für die Kinder, Jugendlichen und Senioren aus dem Heidelberger Süden; deshalb nennen wir es auch Kinder-, Jugend- und Seniorensportzentrum.“ 

„Die Stadt soll der TSG gar nichts zahlen“, machte Schoch noch einmal in aller Deutlichkeit klar, worum es bei diesem Projekt geht. Es sei die TSG, die sich mit enormen Eigenmitteln an der Verwirklichung einer dringend notwendigen kommunalen Aufgabe beteiligt. Mit über 1,5 Millionen Euro wird sich der Verein auf Jahre und Jahrzehnte hinaus verschulden, um den Familien im Heidelberger Süden ein aktives Leben mit Sport und Bewegung zu ermöglichen. „Wir engagieren uns als Partner der kommunalen Daseinsfürsorge und bewegen die Menschen im Heidelberger Süden, so Schoch, der unmissverständlich klar stellte: „Es geht um den Sport, um die Erfüllung eines gesellschaftlichen Auftrages und nicht um eine kleingeistige Neiddebatte. Der Verein will gar nichts von der Stadt; wir setzen nur unsere Energie und unsere Mittel dafür ein, dass die Stadt etwas für die Familien im Heidelberger Süden tut und in die notwendige Infrastruktur investiert.“ Die Halle gehört den Einwohnern Heidelbergs, deshalb wird die Belegungshoheit der neuen Halle auch wie bisher beim Amt für Sport und Gesundheitsförderung liegen. 

Wie werden die Eigentumsverhältnisse genau geregelt, wie wird die spätere Unterhaltung abgewickelt, welche vergaberechtlichen Bestimmungen sind zu beachten, welcher Energiestandard ist einzuhalten – diese und ähnliche juristische Fragestellungen sind auch der Grund, warum der stellvertretende Vorsitzende Finanzen Jürgen Treubel noch kein abschließendes Finanzierungskonzept vorlegen konnte. „Die wesentlichen Eckpunkte sind längst klar“, so Treubel, „aber ein paar juristische Feinheiten müssen noch geklärt werden, bevor wir eine endgültige Entscheidung treffen können.“ 

Die Halle werde 7,2 Millionen Euro plus x kosten; die Sanierung des Vereinsheimes müsse auf ca. 1,2 bis 1,4 Millionen veranschlagt werden. Vorgesehen sei, dass die Stadt von den Kosten für die Halle insgesamt 5,8 Millionen Euro übernehme und der Badische Sportbund ca. 300.000 Euro beisteuere. Die Zwischenfinanzierungskosten gehen zu Lasten der TSG Rohrbach. Unter der Voraussetzung, dass die Sanierung des Vereinsheims aus den Rücklagen erfolgen könne, müsse die TSG ein Darlehen für den Hallenneubau von ca. 1,5 Millionen Euro aufnehmen und bedienen. 

„In diesen Regionen bewegen wir uns nach derzeitigem Kenntnisstand, aber vor einer endgültigen Entscheidung muss zuerst vollständige Transparenz hergestellt werden“, machte der Finanzchef deutlich. Deshalb ging es in der Versammlung am 16. November zunächst nur um einen Grundsatzbeschluss mit der Maßgabe, vor einer endgültigen Auftragsvergabe noch einmal eine MVV einzuberufen. Dieser Beschluss fiel aber eindeutig aus: 53 der 55 stimmberechtigten Vertreter votierten mit Ja, 2 enthielten sich der Stimme. 

Wenn man die Mitglieder der TSG Rohrbach fragt, ist die Sache also eindeutig. Jetzt muss nur noch der Gemeinderat am 18. Dezember zustimmen, dann ist das Projekt auf einem guten Weg. Baubeginn ist für das Frühjahr 2013 vorgesehen, Fertigstellung bis spätestens Herbst 2014.